Kapfensteiner-Gasse

Die begüterten Kapfensteiner, Müller und Bäcker, waren eine angesehene Bürgerfamilie, deren Name noch lange nach ihrem Aussterben auf Mühle und Haus verblieb, als schon die Familie Pichler das Erbe übernommen hatte. In dem Hause der Kapfensteiner-Pichler wurde der nachmalige Pionier der Elektrotechnik, Ing. Franz Pichler, geboren.

Das Haus Kapfensteiner kam 1740 in den Besitz der gleichnamigen Familie; vorher gehörte es einem gewissen Brandl. 1822 starb der letzte Sohn aus der Kapfensteiner-Familie früh und ohne Erben. So gelangte das Anwesen in den Besitz von Franz Pichler (* 1807). Franz Pichler, der in der Kapfensteinerischen Mühle das Müllerhandwerk erlernt hatte, wurde nach dem Tod seines Lehrherrn von der hinterbleibenen Witwe mit der Geschäftsführung des Familienbetriebes betraut und kam nach dem Tod der Witwe in den alleinigen Besitz der Mühlenrealität. Mit dem Besitz übernahm Franz Pichler auch den Hausnamen "Kapfensteiner". Mit seiner Frau Theresia hatte er drei Töchter. Die zweitälteste, auch Theresia getauft, heiratete 1864 ihren Cousin Johann Pichler aus Passail, der den Kapfensteinerischen Mühlenbetrieb seines Onkels übernahm.

Johann Pichler wird als kenntnisreicher und fortschrittlicher Landwirt geschildert, der sich auch im Viehhandel durchzusetzen verstand. Vor allem als Gewerbetreibender war er ein Abbild des Typs des freien Unternehmers jener Zeit, der es verstand, durch Initiative und innovatives Wirken seinen Betrieb expandieren zu lassen. Darüber hinaus war er ein wirtschaftlicher Vordenker der Weizer Region und versuchte als Mitglied der Weizer Gemeindevertretung, des Bezirksausschusses und des Ortsschulrates, in vielen Bereichen die kommunalen Angelegenheiten positiv zu beeinflussen. So war er Gründungsmitglied der Weizer Freiwilligen Feuerwehr und der Weizer Sparkasse, der er durch viele Jahre hindurch auch als Direktionsmitglied angehörte. Besonders vehement setzte er sich für den Bau der Eisenbahn von Gleisdorf nach Weiz und den Bau der Weizklammstraße ein. Vor allem die Errichtung der Bezirksstraße durch die schwer passierbare Weizklamm war ein großes Anliegen für die lokale Wirtschaft.

Am 10. Oktober 1921, zwei Jahre nach dem Tod seines Sohnes Ing. Franz Pichler, verstarb Johann Pichler, nach kurzer Krankheit im 82. Lebensjahr. Seine Frau Theresia war bereits 1896 verstorben.

1960 wurde die bisherige Elingasse in Kapfensteinergasse umbenannt, die einstige Schmiedgasse erhielt den Namen Elin-Gasse. 

Siehe auch:
Pichler, Franz