Tipps für Behinderte und Nichtbehinderte

Kostenlose Selbstversicherung für die Zeiten der Pflege

Frauen oder Männer, die wegen der Pflege eines behinderten Kindes nicht berufstätig sind, können sich in der Pensionsversicherung selbstversichern. Kosten entstehen der versicherten Person dabei keine! Die Beiträge werden aus dem Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen vom Bund bezahlt. Diese Selbstversicherung bietet daher die Möglichkeit, kostenlos Versicherungszeiten zu erwerben. Sie kann auch dann beantragt werden, wenn bisher noch keine Pensionsversicherung bestanden hat.

1. Berechtigung: 

Zur Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes ist jeweils eine Person aus folgendem Kreis berechtigt:

  • die leiblichen Eltern
  • die Großeltern
  • die Stiefeltern
  • die Wahleltern
  • die Wahlgroßeltern
  • die Pflegeeltern

2. Voraussetzungen sind:

  • gemeinsamer Haushalt der Pflegeperson mit dem behinderten Kind
  • Wohnsitz im Inland
  • Gewährung der erhöhten Familienbeihilfe für das behinderte Kind
  • gänzliche Beanspruchung der Arbeitskraft der zu versichernden Pflegeperson durch die Pflege des behinderten Kindes

Die Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes ist für die Zeit ausgeschlossen, in der jemand in einer Pensionsversicherung pflicht- oder weiterversichert ist oder 

  • eine Eigenpension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung bezieht, oder
  • als Beamter oder ähnlich gesicherter Dienstnehmer beschäftigt ist und zukünftig Anspruch auf einen Ruhegenuß haben wird bzw. als ehemaliger Beamter diesen bereits bezieht, oder
  • versicherungsrechtlich so geschätzt ist, daß eine Ersatzzeit in der Pensionsversicherung erworben wird (das ist bei Bezug von Wochen-, Arbeitslosen- oder Krankengeld und während der Kindererziehungszeit für die ersten 48 Monate nach der Geburt eines Kindes)

3. Antragstellung:

  • Der Antrag ist zu stellen bei demjenigen Versicherungsträger, bei dem zuletzt Versicherungszeiten nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) erworben wurden, bzw. - bei der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten, wenn noch keine Versicherungszeiten nach dem ASVG vorliegen.

4. Versicherungsbeginn und -ende:

Der Versicherungsbeginn kann vom Antragsteller gewählt werden.
Der frühestmögliche Zeitpunkt ist:

  • der Monatserste, ab dem die erhöhte Farnilienbeihilfe gewährt wird bzw.
  • der Tag der Erfüllung der letzten Voraussetzung bzw.
  • der auf den Wegfall eines Ausschließungsgrundes folgenden Tages.

Rückwirkend kann die Selbstversicherung höchstens ein Jahr vor der Antragstellung eingegangen werden. Der späteste Versicherungsbeginn ist der Monatserste nach dem Antragstag. Die Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes endet:

  • mit dem Ende des Kalendermonates, in dem eine der Voraussetzungen weggefallen ist (z.B. erhöhte Familienbeihilfe, Wohnsitz Inland) oder - mit dem Eintritt eines Ausschlußgrundes (z.B. Beginn einer Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung) oder
  • durch eine Austrittserklärung des Versicherten zum Letzten eines Kalendermonates, - spätestens jedenfalls am Letzten des Monates, indem das zu pflegende Kind das 30. Lebensjahr vollendet.

5. Zur Beachtung:

Diese allgemeine Information kann natürlich ein auf einzelne Anliegen bezogenes Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Auf Wunsch stellt Ihnen das Bürgerservice-Büro gerne den Kontakt zu Ihrer zuständigen Pensionsversicherungsanstalt her.