Kurt Weber

Kurt Weber

Geboren am 20.10.1893 in Weiz
Gestorben am 30.5.1964 in Graz
Beruf Ingenieur, Maler, Grafiker

In dem alten Handelshaus am seinerzeitigen Weberplatz, später Bürger-, nun Südtirolerplatz 1, wurde Kurt Weber als Sohn des Kaufmannes Conrad Weber und dessen Frau Rosa, geb. Kollmann, geboren. Die alte Kaufmannsfamilie hatte vom Großvater her auch einen Schuss Lebzelterblut aus dem Hause Wibmer in den Adern. Kurt Weber hatte bei der Taufe die Namen Conrad Johann Georg erhalten, doch war dem Künstler der selbstgewählte Vorname später auch amtlich bestätigt worden. 


Er absolvierte die Landesoberrealschule in Graz, studierte an der Ingenieurschule Altenburg (Weimar) und war bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges in Berlin, wohin er nach seinem Kriegsdienst an der Südfront wieder zurückkehrte; hier kam er nun mit dem Künstlerkreis "Der Sturm" in Kontakt. Anfang der Zwanzigerjahre begann er sein Kunststudium in München, kam dann wieder nach Graz, wo er in der Landeskunstschule Schüler von Pauluzzi, Wickenburg und Thöny war. Seit 1926 gehörte Kurt Weber der Grazer Sezession an. Ein Parisaufenthalt brachte ihn 1927 in französische Kunstkreise; er reiste dann wiederholt nach Dalmatien und 1934 über Südfrankreich abermals nach Paris, wo er die Academie de la Grande Chaumiere besuchte. Von Paris aus kam er auch in die Bretagne und Normandie. 1936 fuhr er im Frühjahr nach Spanien und kehrte nach Ausbruch des Bürgerkrieges über Neapel und Rom wieder heim. 1941 bis 1943 studierte Kurt Weber an der Wiener Akademie Bühnenbildnerei. 1945 erhielt er den Lehrauftrag für Zeichnen, Malen und Bühnengestaltung an der Technischen Hochschule und lehrte zeitweise auch an der Philosphischen Fakultät der Universität Graz. In den Nachkriegsjahren arbeitete er auch an Wandmalereien für öffentliche und private Bauten. Kurt Weber war aktives Mitglied des Art-Clubs. Anfang der Fünfzigerjahre begann er Wandteppiche zu entwerfen und zu weben. Von seinen Schülern ist der Künstler verehrt, ja, geliebt worden:

"Über das Werk Kurt Webers zu reden, heißt die Malerei der letzten Jahrzehnte zu durchwandern. Er ist viele Wege gegangen; stets ein Suchender, um die Sichtbarmachung geistiger Beziehungen in der Malerei Ringender, war; er aufgeschlossen für neue Anregungen, die sich seinem offenen Auge und sehnsüchtigem Herzen darboten" und "Versuchte man Webers Werk in die steirische Kunst einzugliedern, wird man sie als einen Sonderfall in der Malerei seiner Generation verzeichnen müssen. Seine Lehrmeister, aber auch seine Freunde waren die französischen Zeitgenossen, die künstlerisches Neuland betreten haben. Er hat mit der internationalen Entwicklung der Malerei Schritt gehalten, wurde damit wiederum in seiner Heimat Wegweiser und Lehrer für die junge Generation" (Dr. Trude Aldrian).