Altes Rathaus

Verläßt man am unteren Ende den Hauptplatz Richtung Norden, so trifft man an der Ecke Klammstraße/Rathausgasse auf das alte Rathaus, welches bis 1910 Sitz der Gemeindeverwaltung war. 1556 begann die Weizer Bürgschaft mit dem Bau dieses Rathauses, in dem einst neben den Amtsräumen des Magistrats, der Kanzlei und dem Archiv auch die Marktschule untergebracht war, ehe sie in das Taborgebäude und später in das Schloß Radmannsdorf übersiedelte. Unter dem schmiedeeisernen Fenster des Erkers ist das Wappen der Stadt Weiz zu sehen. Geschichte In der Klammstraße steht noch das alte Rathaus, welches mit der Jahreszahl 1560 datiert ist. Es besitzt einen Eckerker mit dem für die Renaissance typischen Biforium (zweiachsiges Fenster), wobei ein Gebälk zwei Rundbogenfenster überspannt. In die Zwickeln sind wie bei den Portalen stilisierte Rosetten eingepaßt.

Geschichte

In der Klammstraße steht noch das alte Rathaus, welches mit der Jahreszahl 1560 datiert ist. Es besitzt einen Eckerker mit dem für die Renaissance typischen Biforium (zweiachsiges Fenster), wobei ein Gebälk zwei Rundbogenfenster überspannt. In die Zwickeln sind wie bei den Portalen stilisierte Rosetten eingepaßt.

 

Altes Rathaus um 1900In einer überlieferten Rechnung des Gerichtes Weiz finden wir zum Jahre 1605 den ersten Hinweis, daß im Rathaus eine Marktschule eingerichtet war. Da verwundert es nicht, daß der Marktschreiber auch so nebenbei als Lehrer verpflichtet wurde, der von der Gnade des jeweiligen Marktrichters, des Obmannes der zur Herrschaft Gutenberg in juridischer und nach Thannhausen in politischer Beziehung untertänigen Bürgerschaft, abhängig war. Mit dem Bau des Taborhauses, das 1689 vollendet wurde, konnte die bürgerliche Marktschule eigene Räume beziehen.

Im Jahre 1912 hat man das alte Rathaus aus verkehrstechnischen Gründen architektonisch stark verändert, indem man den Erker zurückversetzte und mit stilistischen Veränderungen wieder aufgebaute.

Das Wappen der Stadt Weiz wurde unter das schmiedeeiserne Erkerfenster des alten Rathauses gemalt.

Das Inventar des Rathauses wird erstmals im Jahre 1823 beschrieben: 

Erdgeschoß: das Zimmer des Gerichtsdieners
  das Zimmer des diensthabenden Nachtwächters
  ein Arrestraum (die sog. Keichen)
Obergeschoß: ein kleiner Kanzleiraum (mit Einbaukasten zur Aufbewahrung der Archivalien)
  ein großer Kanzleiraum
  ein großer Saal
  die Wohnung des Schreibers (3 Räume)

Das alte Rathaus wurde nach der Übersiedelung der Gemeindeverwaltung im Jahre 1910 bis zum Jahr 2000 als Wohnhaus genutzt. Im Zuge des Kunsthausbaus wurde das denkmalgeschützte Gebäude saniert und für eine öffentliche Nutzung adaptiert.

Literatur

Franz Hauser / Leopold Farnleitner: Weistum und Chronik. Acht Jahrhundert Weiz – Fünfzig Jahre Stadt. Weiz 1982.
Franz Hauser: Weistum im Marktbuch von 1665. In: Franz Hauser / Leopold Farnleitner: Weistum und Chronik. Acht Jahrhundert Weiz – Fünfzig Jahre Stadt. Weiz 1982, S. 11-53 und 54-114.
Sabine Magele, Isabel Zinterl: Große und kleine Kostbarkeiten. In: Ingo H. & Susanne Kropač: Weiz – Impressionen einer Stadt. Weiz 2001.