Mosdorfer, Josef

Josef Mosdorfer, Ehrenbürger des Marktes Weiz, * 16. September 1842 in Weiz, † 31. August 1915

Josef Mosdorfer kam als viertes von insgesamt sechs Kindern der Eheleute Balthasar und Maria Mosdorfer (geb. Mihurko) in Weiz zur Welt.  Er studierte in Graz Rechtswissenschaften und war anschließend als Landesbedienster in Graz tätig. Noch zu Lebzeiten des Vaters übernahm Josef gemeinsam mit seinem Bruder Franz im Jahre 1870 den Betrieb Mosdorfer, der künftig unter dem Namen B. Mosdorfer's Eisen-, Sichel- und Großzeuggewerkschaft" geführt wurde.

Im Jahr 1880 heiratete Josef Mosdorfer Ida Ludmilla Anna Barbara Goldhann, mit der er zwei Kinder hatte: Sohn Moritz (* 1881) und Tochter Elsa (* 1883).

Josef Mosdorfer war ab 1879 Mitglied des Gemeindeausschusses des Marktes Weiz und wurde 1905 zum Vizebürgermeister gewählt. Bereits seit 1873 war er auch im Ausschuss der Sparkasse aktiv. 1874 wurde er Direktionsmitglied der Sparkasse und 1880 schließlich vorsitzender Direktor der Sparkasse Weiz und erster Obmann des steirischen Sparkassenvereines. Ab 1894 war Josef Mosdorfer im Ortsschulrat tätig, zu dessen Obmann er im Jahre 1906 ernannt wurde. Auch als Obmannstellvertreter des Bezirksschulrates und als Landtagsabgeordneter (ab 1909) war er im Einsatz. Im Jahre 1906 wurdde er zum Obmann des Zentralverbandes der Sensen-, Sichel- und Strohmessergewerken gewählt. Von 1876 - 1915 war Mosdorfer als Obmann der Bezirksvertretung Weiz tätig. Unter seiner Obmannschaft wurde die Weizklammstraße erbaut, die Radegunder, Rinneggleiten-, Goller und Hartschmiedestraße teilweise neu trassiert und verbessert, eine neue Brücke über die Raab an der Grazer Straße errichtet und die Straße zwischen Weiz und Gleisdorf, die Ilztalstraße und die Stubenbergklammstraße ausgebaut. In seiner Funktion als Landtagsabgeordneter gelang es Josef Mosdorfer, Subventionen vom Land für den Straßenbau und -ausbau für den Bezirk zu sichern. In die Zeit seiner Obmannschaft fiel auch die Errichtung der Bahnstrecke Weiz-Gleisdorf und Weiz-Anger-Birkfeld. Er war folglich als Verwaltungsrat der Lokalbahn-Aktiengesellschaft Weiz-Gleisdorf und Weiz-Birkfeld tätig.

Alle Aktivitäten Josef Mosdorfers für den Bezirk Weiz zu dokumentieren, würde hier zu weit führen. Sein Engagement für soziale und wirtschaftliche Belange rund um Weiz war enorm, auch wenn es politisch nicht immer und von alles Seiten Zustimmung fand. In 27 Gemeinden wurde er wegen seiner Bemühungen um den Bahnbau zum Ehrenbürger ernannt, so auch in Weiz. 1909 wurde ihm als Zeichen der Anerkennung seiner Leistungen für den öffentlichen Bereich der Franz-Josef-Orden verliehen.

Nach längerem schwerem Leiden, ausgelöst durch einen Schlaganfall, verstarb Josef Mosdorfer am 31. August 1915.

Literaturhinweis:
Waltraud Froihofer, KNILL. Chronik einer erfolgreichen Firmengruppe. Weiz 2001.