Kratochwill, Richard

Richard Kratochwill (* 8. Dezemer 1932 in Weiz, † 29. August 2014 in Wien)

Richard Kratchwill wurde als Sohn eines Elin-Arbeiters in Weiz geboren. Von 1938 bis 1947 besuchte er die Volks- und Hauptschule in Weiz. Angeregt durch seinen Zeichenlehrer begann er schon damals, sich für das Zeichnen und Malen zu interessieren. Dieses Interesse führte ihn auch zu dem in Weiz wirdenden Maler Arnold Wratschko, dessen Schüler er einige Jahre war.

Von 1947 bis 1952 erlernte er in der ELIN den Beruf eines Elektrowicklers. Auch in dieser Zeit zeigte sich schon sein kulturelles Interesse. Als Mitglied der Gewerkschaftsjugend wurde er mit dem Kulturreferat betraut. Im Anschluß an seine Berufsausbildung besuchte Kratochwill zwei Jahre die Bundesgewerbeschule für Elektrotechnik in Graz. Auch hier wurde er zum Theaterreferenten ernannt und organisierte Literaturlesungen und Diskussionen.

1954 wurde Richard Kratochwill in der ELIN als Technischer Zeichner angestellt. Gleichzeitig widmete er sich in seiner Freizeit immer mehr der Malerei. Durch die Freundschaft mit dem Weizer Maler Prof. Hannes Schwarz wurde er mit zeitgenössischen Tendenzen in der Malerei vertraut. Das war auch der Grund, dass er damals Gründungsmitglied der Malervereinigung "Junge Gruppe" und später des "Forum Stadtpark" in Graz wurde. Dies blieb dem damaligen Kulturreferenten der ELIN Ing. Karl Stimpfl nicht verborgen. Auf seinen Antrag wurde Kratochwill im Jahre 1954 in das gemeinsame Kulturreferat der Stadtgemeinde Weiz und der ELIN-Union kooptiert und gehörte diesem lange Jahre an. Darüber hinaus war Richard Kratochwill Mitglied des Landesbildungsausschusses des ÖGB, Programmbeirat der Steirischen Kulturinitiative und Mitglied der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik. Als freischaffender Maler und Grafiker lebte er von 1995 bis zu seinem Ableben in Wien.

Künstlerisches Schaffen

Fotografische Arbeiten ab 1973
Träger zahlreicher Fotopreise
Auslandsstipendium für die Teilnahme am internationalen Fotoworkshop in Arles

Zu seinen Bildern
"Die Stadt in ihren vielfältigen Erscheinungsformen übte immer schon besonderen Reiz auf Richard Kratochwill aus. In der frühen Serie „Budapester Impressionen“ sammelt er Eindrücke von den versteckten Hinterhöfen und unbekannten Winkeln der Stadt. In den folgenden Serien gewinnt sein malerischer Zugang zur Fotografie immer mehr an Bedeutung und seine Bilder werden zu fotografischen Collagen. Überblendungen, Doppelbelichtungen und Spiegelungen bestimmen die Bildgestaltung und hinzu tritt ein sozial- und gesellschaftskritischer Impetus, der vor allem auf die manipulierende Medien- und Konsumwelt abzielt." (Jasmin Haselsteiner)