Koschat-Gasse

Thomas Koschat, * 8. August 1845 in Viktring bei Klagenfurt, † 19. Mai 1914 in Wien, österreichischer Komponist und Chorleiter. Er machte das Kärntner Lied populär und in Europa und Amerika bekannt.

Thomas Koschat Vater hatte mit 61 Jahren noch einmal eine 30 Jahre jüngere Frau geheiratet und der dieser Ehe entstammende Sohn wurde nach dem Vater Thomas genannt. Der Vater war in der Tuch- und Lodenfabrik der Familie Moro, welche in einem unter Joseph II. aufgehobenen ehemaligen Zisterzienserstift eingerichtet war, als Färbermeister beschäftigt. Der Sohn hätte ursprünglich Textilchemiker werden sollen. Schon früh wurde dem Jungen die Musik nahegebracht, da die Familie Moro sich gerne mit Freunden im Schlosshof zum gemeinsamen Gesang versammelte. Das Kind durfte früh im Kirchenchor mitwirken, er ministrierte beim Pfarrer und wurde schließlich nach Klagenfurt ins Benediktinergymnasium geschickt. Den Schulbesuch des Gymnasiums sparte sich der Vater förmlich vom Mund ab.

Koschat studierte nach der Matura im Jahr 1865 in Wien Chemie. Leopold von Moro, der Fabriksherr, hatte zu dem Studium der Chemie geraten und zahlte auch mit zu den Studienkosten, da der Vater bereits 1862 verstarb, als Thomas noch das Gymnasium besuchte. Er trat in Wien drei Gesangsvereinen bei - dem Wiedner Männerchor, dem Wiener Männergesangsverein und sang auch im Akademischen Gesangsverein. Letzterer war für ihn das Sprungbrett in die Wiener Hofoper als Bassist. Am 7. November 1867 wurde er als "Chorbassist mit kleiner Rollenverpflichtung" engangiert. Später wurde er Leiter des Chors der Wiener Hofoper. Er gründete das Koschat-Quintett, mit dem er durch Europa und Amerika tourte. Das Quintett spielte neben Walzern und Chorliedern auch Kärntner Lieder, die so über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden. Im Laufe seines Lebens erhielt er für seine Verdienste viele Auszeichnungen, besonders hervorzuheben ist hier der Rote Adler-Orden, der ihm vom deutschen Kaiser Wilhelm II. verliehen wurde.

Als er 1912 in den Ruhestand trat, wurde seitens der Hofoper, in der er jahrzehntelang Vorstand des Chors war, ihm zu Ehren das Singspiel Am Wörthersee aufgeführt, das er komponiert hatte.

Die Koschat-Gasse erhielt 1954 ihren Namen.