Hymel, Johannes

Johannes Hymel oder Himel (* 1390 in Weiz, † 11.11.1450), Theologieprofessor an der Universität Wien, Kanonikus von St. Stephan, Konzilsprecher zu Basel (1432).

Die "Hymel" oder "Himel" waren eine der ältesten Bürgerfamilien in Weiz. Ihr Name scheint bereits im ersten überlieferten Bürgerverzeichnis von 1403 auf, das anlässlich der Teilung der Stubenberger Güter angelegt wurde.

Johannes Hymel zog 1406 nach Wien, um sich an der dortigen Universität zunächst dem Studium der "Künste" zu widmen. 1411 beendete er diese Ausbildung. Damit erlangte er den Titel "Magister Artium regens", der ihn berechtigte, das Lehramt der "Künste" an der Universität auszuüben. So erscheint sein Name bereits in der Liste der Universitätslehrer 1411.

Hymel war darüber hinaus Hörer der theologischen Fakultät, war doch sein eigentlicher Berufswunsch das Priesteramt. Nachdem er Pfingsten 1415 seine erste Predigt halten durfte, ist anzunehmen, dass er kurz vorher zum Priester geweiht worden war. 1425 schloss er seine theologischen Studien ab und hielt seit dem auch theologische Vorlesungen. 1430 promovierte Hymel zum Doktor de Theologie.

Mehrmals war Johannes Hymel Träger der höchsten Würden der Universität Wien. Dreimal bekleidete er das Amt des Rektors (SS 1425, WS 1437, WS 1441). Dekan der Artisten-Fakultät war er in den Wintersemestern 1422 und 1428. Die Stelle des Dekans der theologischen Fakultät hatte er siebenmal inne. Hymel war dennoch weniger ein großer Gelehrter, als vielmehr ein tüchtiger Geschäftsmann, der dem Landesfürsten und der Universität durch seine Umsichtigkeit wertvolle Dienste leistete. In den Jahren 1430 - 1433 war er Offizial des Bischofs von Passau für Österreich unter der Enns (nördliches Niederösterreich einschließlich Wien). Am 17. Mai 1430 wurde er zum Kanonikus von St. Stephan in Wien ernannt; seit 1437 war er auch Domherr von Olmütz (tschechisch Olomouc).

Eine der größten und zugleich verhängnisvollsten Aufgaben, die Johannes Hymel in seinem Leben gestellt wurden, war die Teilnahme am Konzil von Basel als Mitglied der Delegation, die die Wiener Universität und der Landesfürst dorthin gesandt hatten. Das Konzil war nach langwierigen Verhandlungen im Jahre 1431 endlich zustande gekommen und stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Gerade die Teilnehmer niederen kirchlichen Ranges waren ihren Fürsten weisungsgebunden und vertraten mehrheitlich die vorgefasste Meinung, das Konzil stehe über dem Papst. Auch die Wiener Delegatin vertrat diese häretische Ansicht, die von einigen noch dadurch gesteigert wurde, dass Papst Eugen IV. 1439 abgesetzt werden sollte. Wir wissen nicht, ob Hymel sich dieser radikalen Gruppe angeschlossen hatte, oder ob allein die Tatsache, dass er Mitglied des Konzils war, den Kirchenbann nach sich zog. So starb Hymel in Sorge und auch materieller Not.

1967 wurde eine Weizer Gasse nach ihm benannt.

Literatur:
Karl Kamminger:
Johannes Himel. In: Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. (Weiz - Geschichte und Landschaft in Einzeldarstellungen. Hrsg. v. Leopold Farnleitner. 5), Weiz 1958, S. 29 - 39.