Einspinner, August

August Einspinner, Ehrenbürger des Marktes Weiz,* 30. Juli 1870 in Graz; † 18. April 1927 ebdn.

August Einspinner war ein österreichischer Goldschmied und Politiker (Deutschnationale Partei). Einspinner war Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung, Abgeordneter zum Reichsrat, Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag sowie Landesrat in der steiermärkischen Landesregierung Kaan I.

Nach dem Besuch der Volksschule war Einspinner als Goldschmied tätig. Ab 1921 war Einspinner Geschäftsführer der Grazer Messe. Er gehörte ab 1906 der Handels- und Gewerbekammer an und stieg 1920 zum Vizepräsident auf. Einspinner war Obmann der Gewerbesektion und im Gewerbeförderungsinstinstut engagiert. Nach der Angliederung des Instituts an die Handels- und Gewerbekammer übernahm Einspinner das Amt des geschäftsführenden Präsidenten des Gewerbeförderungsinstituts. Zudem gehörte er als Mitglied dem Gewerbeförderungsbeirat im Arbeitsministerium an. Des Weiteren enagagierte sich Einspinner als Gewerberat im Handelsministerium und war Mitglied der Zentralkommission für das gewerbliche Unterrichtswesen. In seinem Beruf als Goldschmied hatte Einspinner zudem das Amt des Präsidenten des Reichshandwerkerrates inne, war Kurator des steirischen Landesmuseums Joanneum und des Steiermärkischen Gewerbeförderungsinstituts. Zudem hatte Einspinner das Amt des Vorstands der Grazer Goldschmiede-Genossenschaft inne.

Einspinner wurde 1901 Mitglied des Grazer Gemeinderats und war ab 1902 Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag. Zudem wurde er 1906 in den Reichsrat gewählt. Er war zwischen dem 21. Oktober 1918 und dem 16. Februar 1919 als Vertreter der Deutschnationalen Partei Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung und war von 6. November 1918 bis zum 27. Mai 1919 Landesrat in der Steiermark.

Mit Weiz verband Einspinner vor allem sein Einsatz um die Realisierung des Baues der Schmalspurbahn in das obere Feistritztal. Als die Finanzierung des Bahnbaues endlich gesichert schien, richtete man im November 1907 an das k. k. Eisenbahnministerium das offizielle Ansuchen um Erteilung einer Konzession für die schmalspurige Lokalbahn Weiz-Anger-Birkfeld. Als Konzessionswerber traten die Bürgermeister von Weiz, Birkfeld und Anger, Johann Schlacher, Johann Hutter und Alois Gagl, ferner der Grazer Ingenieur Richard Hofbauer sowie der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Carl Rintelen auf. Durch die persönliche Intervention des Landtagsabgeordneten August Einspinner beim Eisenbahnminister kam das Verfahren in Gang. Bereits im Juli 1909 konnte mit dem Bau begonnen werden. Zum Dank für sein Engagement um diese für die Wirtschaft so wichtige Bahnstrecke ernannte der Weizer Gemeinderat August Einspinner 1910 zum Ehrenbürger. Persönlich bedankte er sich mit einem schriftlichen Gruß: "In herzlicher Zuneigung und unverbrüchlicher Treue dem lieben Markte Weiz, dessen Bürger mich für den Reichsrat holten und dessen Gemeinderat mich zum Ehrenbürger erhob. 1912"