Bürgermeister zu aktuellen Themen

Juni 2013


Liebe Weizerinnen und Weizer,
liebe Internetbesucherinnen und Internetbesucher!

Richtungsweisende Investition in unsere Zukunft:
Die Stadt Weiz kauft den Bauernhof Augsten (vlg. Hofbauer) und schützt damit die "grüne Lunge" der Stadt.

Weiz feiert heuer das 825-jährige Jubiläum seiner ersten urkundlichen Nennung. Bereits um 1130 ließ der Adelige Liutold II. von St. Dionysen-Waldstein das „Castrum Wides“, die Burg Weiz, als seinen Herrschaftssitz erbauen. Die erste schriftliche Nennung des Ortes „Weiz“ erfolgte etwa 50 Jahre später, als Liutolds gleichnamiger Sohn am 11. Mai 1188 seinen Nachlass regelte. In diesem Dokument wurden der Ort Wides (Weiz) und die St. Thomas-Kirche (Taborkirche) erstmals schriftlich erwähnt.

Älter als der Ort selbst und historisch belegbar ist der zum Castrum Wides gehörende Maierhof, der seit nunmehr beinahe neun Jahrhunderten unter dem Vulgonamen „Hofbauer“ bekannt ist und heute in der Katastralgemeinde Göttelsberg in Mortantsch liegt.

Nach dem Tod des bislang letzten Besitzers Josef Augsten im Jahr 2010 konnten vorerst große Teile der „Hofbauern“-Landwirtschaft bis zur endgültigen Klärung der Erbschaftsansprüche nur eingeschränkt genutzt werden bzw. lagen überhaupt brach. Auch der Bauernhof steht seitdem leer. Immer wieder wurden Bedenken über eine etwaige drohende Parzellierung dieser für Weiz und die Region ökologisch und touristisch wichtigen Flächen geäußert. Auch für mich selbst war die Erhaltung dieser wunderbaren, einmaligen und für Weiz so wichtigen Landschaft von besonderer Bedeutung, da ich als „Kind der Südtirolersiedlung“ am Fuchsgraben und in den umliegenden Wäldern sehr viel Zeit verbracht habe und aus meiner persönlichen Erfahrung den Wert dieses Gebietes besonders zu schätzen gelernt habe.

Als ich schließlich Ende Dezember 2012 über das Kaufangebot der Erbin an die Stadt in Kenntnis gesetzt wurde, war mir sofort klar, dass diese für die Stadt Weiz einmalige Chance unbedingt genutzt werden sollte. Die Erbin hatte sich vor allem deshalb an die Stadt gewandt, da sie eine Zerstückelung des Anwesens und eine Zerstörung des Hofes verhindern wollte. Nach mehreren Kaufverhandlungen, einer engagierten Diskussion während der eigens dazu einberufenen – nicht öffentlichen – Gemeinderatssitzung und einem nachfolgend einstimmigen Gemeinderatsbeschluss im Jänner dauerte es allerdings noch lange, bis wir die formalrechtliche Zustimmung der Behörden über den Ankauf in Händen halten konnten. Jetzt ist es jedoch offiziell: Die Stadt Weiz ist der neue Eigentümer des mehr als 20 ha großen und für uns auch historisch bedeutsamen Anwesens.

Mit diesem Kauf können wir die für die Menschen und die Lebensqualität in der Stadt wichtigen Grünflächen (Fuchsgraben, Fuchsgraben-Wald, Hofbauern-Teich, etc.) dauerhaft sichern und diese „grüne Lunge“ auch nachfolgenden Generationen als Naherholungsgebiet, als Freizeitraum, als Grünraum, als Ökowiesen, als Waldraum, als Spielflächen sowie als Park zur Verfügung stellen. Zudem gehören auch das Areal des Teichs sowie die Freizeitanlage des Eisschützenvereins Weiz I dieser Fläche an.

Gemeinsam mit Entscheidungsträgern der Gemeinde Mortantsch, auf deren Gemeindegebiet der „Hofbauer“ liegt, und GemeinderätInnen der Stadt Weiz, aber auch mit interessierten AktivbürgerInnen von Weiz werden wir in der nächsten Zeit über die weitere Entwicklung und Nutzung dieses Grünraums als Hoffnungs- und Potentialgebiet intensiv beraten und diskutieren.

Über diesen Ankauf freue ich mich persönlich sehr, da es uns damit gelungen ist, eine für das Wohl und die Lebensqualität der heutigen, aber vor allem der künftigen BewohnerInnen der Stadt und der Region Weiz wichtige und richtungsweisende Investition zu tätigen.

Erwin Eggenreich, Bürgermeister der Stadt Weiz